Der sichere Zugang zu (kritischen) Rohstoffen ist eine zentrale Voraussetzung für die Dekarbonisierung, Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz der europäischen Industrie, während zugleich die hohe Abhängigkeit von importierten Primärrohstoffen ein strukturelles Risiko darstellt. Der Clean Industrial Deal der Europäischen Kommission verknüpft Rohstoffsicherheit und Kreislaufwirtschaft zu einer umfassende Industrie- und Rohstoffstrategie mit dem Ziel, Abhängigkeiten zu reduzieren, Wertschöpfung in der EU zu sichern und die industrielle Transformation nachhaltig zu unterstützen. Die Kreislaufwirtschaft wird im Clean Industrial Deal als strategischer Hebel zur Stärkung der Rohstoffsicherheit anerkannt. Durch effizientere Ressourcennutzung, verlängerte Produktlebenszyklen sowie den verstärkten Einsatz von Wiederverwendung und Recycling soll der Bedarf an Primärrohstoffen gesenkt und die Versorgungssicherheit innerhalb des Binnenmarkts erhöht werden. Kreislaufwirtschaft wird damit nicht nur als Umwelt- und Klimaschutzinstrument, sondern ausdrücklich als Beitrag zur industriellen Resilienz verstanden. Zur Umsetzung dieser Strategie will die Kommission im dritten Quartal 2026 einen Circular Economy Act vorlegen, der die Nutzung, Wiederverwendung und Rückgewinnung knapper und strategisch wichtiger Materialien systematisch stärken soll. Wir wollen mit hochrangigen Vertretern der EU-Kommission, der Industrie, der Recyclingwirtschaft und einem Mitglied des Europäischen Parlaments diskutieren, wie der Circular Economy Act ausgestaltet werden muss, um den erforderlichen gesetzlichen Rahmen dafür zu schaffen, dass die gesteckten strategischen Ziele erreicht werden und tatsächlich eine Kreislaufwirtschaft entsteht, die zur Wertschöpfung in der EU und zur Rohstoffsicherheit der EU beiträgt.
Conference
Partner / Organizer
Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Kreislaufwirtschaft e. V. (BDE)
Sprecher*innen
Stellvertretender Hauptgeschäftsführer
