Deutschland verfügt mit seinem weit verzweigten Erdgasnetz und den angeschlossenen Gasspeichern über eine Infrastruktur, die teilweise auch für Wasserstoff genutzt werden kann. Um jedoch die künftig benötigten Wasserstoff-mengen zuverlässig dorthin zu transportieren, wo fossile Energieträger ersetzt werden sollen, sind zusätzliche Leitungen erforderlich. Daher entsteht in Deutschland derzeit ein großflächiges Wasserstoffnetz - das sogenannte Wasser-stoff-Kernnetz. Es soll als zentrale Transportinfrastruktur dienen und Erzeugungsstandorte, Speicher, Industriezentren und Verbrauchsregionen miteinander verbinden.
Die großen Hauptleitungen bestehen wegen des hohen Drucks aus Stahl. Für die Verzweigungen und die Feinverteilung im Netz werden hingegen flexible Kunststoffrohre zum Einsatz kommen. Diese bieten mehrere Vorteile: Sie können in sehr langen Stücken ohne Verbindungsstellen verlegt werden und sind zudem korrosionsbeständig. Auch wirtschaftlich sind sie attraktiv, da sie sich mit modernen, grabenarmen Verlegeverfahren wie Pflügen oder Fräsen besonders effizient einbauen lassen - mit Verlegeleistungen von über 1.000 m pro Tag. Gleichzeitig schonen diese Verfahren die Umwelt, da der Eingriff in Natur und Boden deutlich geringer ausfällt. Allerdings stellt Wasserstoff besondere Anforderungen an die Materialien. Wie müssen die Gasnetze von morgen beschaffen sein für 100% Wasserstoff?
